CHARLIE Interview: Schlaf, Kindlein, schlaf

Melanie Pfeifer

Melli arbeitet seit 16 Jahren als Hebamme. Wir haben sie mit Fragen rund um das Thema Schlaf durchlöchert...

 

Liebe Melli, als frischgebackene Eltern möchte man ja am liebsten den Kleinen direkt ein gemütliches Schlafnest einrichten. Aber was soll und darf Anfangs mit ins Bett? Und ab wann ist es OK, die Bettchen mit Decke, Kuscheltiere & Co. auszustatten?

Im ersten Lebensjahr ist es zur Vermeidung des plötzlichen Kindstodes unbedingt empfohlen, einen Schlaf-oder Strampelsack anstelle einer Decke zu benutzen. Auch auf Kissen, Nestchen, schwere Betthimmel und Kuscheltiere, in die ein Baby mit seinem Gesicht hineinsinken kann, sollte verzichtet werden. Leider machen diese Empfehlungen eher eine sehr karge Schlafumgebung, die man allerdings gut mit hübschen Bettlaken, fließenden leichten Stoffen oder schmalen Bettumrandungen aufhübschen kann. 

 

 

Hast Du Tipps die dabei helfen können, die Kleinen zum schlafen zu bringen? Und wenn sie noch nicht durchschlafen, was tun, damit das Aufwachen nicht in einer Spielstunde, sondern im Weiterschlafen endet?
Zum Thema Schlafen gibt es viele Anregungen, vom Weinen lassen bis liebevolle Einschlafbegleitung im Familienbett etc. Ich persönlich befürworte den Tag abends ruhig auslaufen zu lassen, Rituale und gleiche bis ähnliche Abläufe, die dem Baby/Kleinkind Kontinuität und Verlässlichkeit wiederspiegeln. Es sollte mit dem schlafen etwas Schönes, gemütliches, behagliches verbinden. Also kuscheln, singen, den Tag revue passieren lassen....gute Nacht Geschichte/ Hörspiel etc. Wenn das Kind nachts aufwacht, nur wenig Licht einsetzen um den Melatoninspiegel der u.a. für die Schlafqualität mitverantwortlich ist nicht zu beeinflussen. Trösten und mit Ruhe wieder in den Schlaf begleiten.


Elternbett, ja oder nein? Was sind Deine Gedanken dazu?
Ich persönlich habe nichts gegen das Elternbett, solange es für alle stimmig ist. Im ersten Lebensjahr gibt es die Ansicht einiger Psychologen, dass alle Babys Frühgeborene sind und ins Elternbett gehören. Das hat für die Bindung, eine entspannte Stillbeziehung und die Schlafqualität von Eltern und Kind viele Vorteile. Natürlich gibt es dabei einige wichtige Dinge zu beachten: Kein Überhitzen, wenig Kissen, eigener Strampelsack fürs Baby, rauchfreie Umgebung und frische Luft mit einer Raumtemperatur von 16-18 Grad Celsius. Der Zeitpunkt für eine neue Schlafumgebung kommt von ganz allein, wenn sie die Bedürfnisse von Eltern und Kind wieder verändern.


Das allerschwierigste in der Anfangszeit (zumindest für mich) war der ständige Schlafmangel. Was empfiehlst Du Eltern gegen den chronischen Schlafentzug? Und was kann man tun, um sich selbst fit zu halten, damit der Autoschlüssel nicht ständig im Kühlschrank landet?
Das Thema Schlafmangel oder veränderte Schlafbedingungen, wie ich es gerne entdramatisiere ist ein großes Thema wenn man vom Paar zu Eltern wird. Erstmal gehört es dazu und ist ganz normal. Mein Tipp schon im Wochenbett: Schlaft wenn euer Baby schläft, immer wenn es geht.

 


Und zum Schluss noch Dein persönlicher Tipp zum Thema Schlaf :)
Auch ich genieße nach fast 3 Jahren oft noch die Mittagsschläfchen unseres Schatzes. Abwechseln mit dem Partner, damit jeder mal in den Genuss von ein paar Stunden kommt finde ich ebenfalls wichtig. Und natürlich annehmen, dass es grad so ist und man in ein paar Jahren wehmütig an die ersten Jahre zurückdenkt. Auch diese Zeit ist nur eine Phase und wenn man gut für sich sorgt, ist die auch zu überstehen.

Danke Melli!! 


Melanie lebt und arbeitet als Hebamme und Yogalehrerin mit ihrer Familie in Köln. Seit 2016 ist sie glückliche Mama. Einfühlsam, motivierenden und partnerschaftlich begleitet sie seit 16 Jahren werdende Eltern auf dem spannenden Weg ins Leben. Zudem gibt sie Workshops zum Thema Yoga & Geburtsvorbereitung und bildet Yogalehrer schwerpunktmäßig im Prä-und Postnatalyoga aus. Besucht doch mal ihre Website

 

 

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